Donnerstag, 26. April 2012

Brasme, Anne-Sophie - Dich schlafen sehen


Autor: Brasme, Anne-Sophie
Titel: Dich schlafen sehen
Originaltitel: Respire
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2002
ISBN-10: 3442309905
ISBN-13: 9783442309900
Seiten: 192
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag
Serie: ---


Inhalt

Charlène ist schon in jungen Jahren ein ziemlich schwieriges Kind. Sie ist eine Einzelgängerin und lebt in ihrer eigenen Welt. Und meist kümmert sich auch niemand darum, was sie tut.  Sie beginnt schon in diesen jungen Jahren sich selbst zu hassen und projiziert diesen Selbsthass auf alles andere in ihrem Leben.
Nur wenigen Menschen gelingt es tatsächlich zu ihr vorzudringen. Einer, der es gelingt ist Vanessa, eine Freundin, die sie aber sehr schnell durch den Umzug Vanessa’s verliert.
Wieder bleibt sie allein zurück. Und dann lernt sie Sarah kennen. Sarah ist alles, was Charlène nicht ist. Selbstbewusst und zielstrebig. Die beiden werden Freundinnen. Was Charlène allerdings nicht bemerkt ... Sarah spielt ein falsches Spiel, mit furchtbaren Konsequenzen.


Leseprobe

Jetzt, in den Stunden, wenn es Nacht ist, wandert ein kalter und farbloser Schatten umher. Er kriecht den Mittelgang entlang, ehe er unter den Eisentüren hindurch in diesen kleinen, von Zellenwänden umschlossenen Raum schlüpft. Und es ist immer dieselbe undurchdringliche Dunkelheit, die uns am Abend besucht, regelmäßig, unveränderlich. So sehr wir auch in diese Leere starren, die plötzlich die Welt vor unseren Augen verhüllt, so kommt es doch immer wieder vor, dass hinter den elektrischen Zäunen, die den Hof umgeben, bis zum ersten Tageslicht kein Orientierungspunkt mehr zu erahnen ist, in diesem Nichts ohne Anfang und
Ende.
Hier markieren die schweren, verhallenden Schritte der Wärter den Beginn unserer Nacht. Es ist genau Mitternacht, wenn um uns herum kein Laut mehr die Stille durchbricht. Genau in diesem Augenblick überkommt jede von uns dasselbe Gefühl der Einsamkeit und Verwirrung.
In jenen Stunden schläft niemand ein.


Meine Meinung

Ich bin geschockt und tief bewegt. Sehr eindringlich und fesselnd beschreibt Anne-Sophie Brasme, was im Leben eines jungen Mädchens nicht alles schief gehen kann. Nichts lässt sie aus oder beschönt es. Dieses Buch zu lesen war für mich sehr beklemmend. Denn einiges erinnert mich sehr stark an mich selbst, wobei ich nie so tief darin verwickelt war wie Charlène.
                       
Sie ist ein junges Mädchen, ein Kind reicher Eltern. Und es zeigt sich sehr schnell, dass Geld nicht alles heilen kann. Ihre Eltern verstehen das wilde Mädchen nicht und zeigen ihre Liebe nur in Form von materiellen Dingen. Die Liebe lernt Charlène nie richtig kennen. Erst in ihrer Freundschaft mit Vanessa scheint sie aufzutauen und am Leben teilzunehmen. Das die allerdings ein zusätzlicher Faktor für den weiteren Verlauf der Ereignisse ist zeigt sich dem Leser sehr schnell. Denn was passiert, wenn die einzige Freundin von der Bildfläche verschwindet? Richtig ... das tiefe Loch wird nur noch größer. In dieser Situation lernt Charlène dann Sarah kennen. Erst scheint es, als ob sie eine ebenso gute Freundin wie Vanessa wird. Doch ab diesem Punkt kann Charlène dann auch nicht mehr zurück als alles in Scherben zerfällt. Ihre stummen Hilferufe bleiben unbeantwortet. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin die Gefühle, die einem solchen Menschen wohl durch den Kopf gehen.
Charlène wird immer mehr zu einem Schatten, völlig abhängig von der Aufmerksamkeit Srarah’s. Ab diesem Zeitpunkt hätte nur psychologische Betreuung helfen können. Doch nichts davon passiert. Sie bleibt mit Sarah allein. Im Alter von 16 lernt sie dann schließlich einen Jungen kennen. Für kurze Zeit gelingt es ihm sie aufzufangen. Doch sie ist schon zu tief in dem Netz gefangen ... kann sich nicht mehr daraus befreien.

Das Ende bekommt der Leser schon am Anfang des Buches zu sehen. Das unausweichliche Resultat von Erniedrigung und seelischer Folter. Wir sehen einen gebrochenen jungen Menschen. Was am Ende aus Charlène wird erfährt der Leser nicht. Nur die nackte Wahrheit leuchtet aus diesem Dunkel heraus.
Den Schluss bereits am Anfang zu zeigen schmälert jedoch die Spannung des Buches in keinster Weise. Man will genau wissen, wie es dazu kommen kann, was alles nötig ist um einen Menschen dazu zu treiben. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich alles aufgedeckt und war durch das Leben von Charlène gegangen.

Die Erzählweise ist dabei von größter Bedeutung. Wir sehen alles durch Charlène’s Augen. Wir sehen ihre Erinnerungen. Hauptsächlich beschreibt sie uns ihre Gefühle und die Bilder, die ihr in Erinnerung geblieben sind. Nur sehr wenige Dialoge sind darin eingestreut. Die unterstreicht noch mehr dieses bedrückende Gefühl.

Zum Cover. Man sieht den nackten oberen Rücken und den Hinterkopf eines Mädchens. Ihre langen Haare verbergen ihr Gesicht. Die Haltung zeigt ein gebeugtes, vielleicht am Boden kauerndes, Mädchen. Es strahlt Mutlosigkeit und Verzweiflung aus. Sehr passende zum Buch und sehr ansprechend.

Dieses Buch empfehle ich unbedingt weiter. Vielleicht werden die Menschen dann auch mal genauer hinsehen. Nicht jedes Lachen heißt, das es dem betreffenden Mensch auch gut geht. Man muss unter die Fassade blicken um zu verstehen. 





Autorenportrait

Anne-Sophie Brasme (* 1984 in Metz) ist eine französische Nachwuchsautorin. Sie schrieb mit 16 Jahren ihren ersten Roman Dich schlafen sehen (Originaltitel Respire). Sie sorgte damit nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland für Furore: Der Roman stand wochenlang auf den Bestsellerlisten, und die Buchrechte wurden in 17 Länder verkauft.
Er handelt von einer Freundschaft, die bis zur Besessenheit ausartet. Durch ihren beeindruckenden Stil stand Brasme monatelang auf der Bestsellerliste Frankreichs.
Ihr zweiter Roman Das erste Mal sah ich sie an einem Samstagnachmittag (Originaltitel Le carnaval des monstres) gilt ebenso als ein Meisterwerk. Hier geht es um die Hässlichkeit zweier Menschen, die sich beide durch eine unglaubliche Leidenschaft zerstören.
Seither gilt Anne-Sophie Brasme als eines der viel versprechendsten Talente der jungen französischen Autorengeneration. Inzwischen studiert sie in Paris an der Sorbonne »Moderne Literatur«.


Dich schlafen sehen

Zitat aus "Dich schlafen sehen" von Anne-Sophie Brasme, Seite 5

"In uns lebt ein verborgenes, unbekanntes
Wesen, das eine fremde Sprache spricht
und mit dem wir, früher oder später, ein
Gespräch beginnen müssen."

                                         François Taillandier, Anielka

Dieses Zitat steht am Anfang des Buches. Und nichts hätte besser dort hin passen können. In nur vier kleinen Zeilen wird der wichtigste Punkt des ganzen Buches angesprochen und dem Leser vor Augen geführt. Sehr eindringlich und traurig zugleich, denn nur wenige Seiten später wird man erkennen, dass das Leben manchmal auch das schlimmste Ende nehmen kann.

Mittwoch, 25. April 2012

Koslow, Sally - Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben


Autor: Koslow, Sally
Titel: Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben
Originaltitel: The Late, Lamented Molly Marx
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erschienen: 1. April 2011
ISBN-10: 3423212772
ISBN-13: 9783423212779
Seiten: 364
Einband: Taschenbuch
Serie: ---


Inhalt

Molly Marx ist 35, blond mit blauen Augen, verheiratet und hat eine Tochter. Doch das wichtigste – sie ist tot. Wie es passierte weiß sie nicht mehr. Doch es wird ihr mit einer Endgültigkeit klar gemacht, dass sie nichts mehr mit den Lebenden zu schaffen hat. Nur beobachten kann sie noch ... und das macht sie mit einer bewundernswerten Passion. Sie springt von einer Person zur anderen und nimmt so immerhin noch Anteil am Leben ihrer Liebsten. Und sie muss beobachten wie ihre Geheimnisse aufgedeckt werden ebenso wie sie die Geheimnisse der Verbliebenen aufdeckt. Immer wieder schweift sie in Erinnerungen ab und zeigt uns damit ihr ganzes Leben ....

video


Leseprobe

So habe ich mir meine Beerdigung eigentlich nicht vorgestellt.Vor allem habe ich immer gedacht, dass ich alt ware, eine wurdevolle Neunzigjahrige, die verdientermasen als Dame bezeichnet wurde; eine hochbetagte Frau im trauten Kreis ihrer Lieben, die sich in Trauer vereint um ihren Sarg versammeln und zartlich Abschied von ihr nehmen.
Und ich habe naturlich gehofft, dass das alles in einem viel schoneren Rahmen stattfindet in einer Steinkapelle am Meer vielleicht, dessen purpurgraue Wogen tosend ans Ufer schlagen und das Schluchzen der Trauernden ubertonen. Aus unerfindlichen Grunden ich bin nicht mal Schottin erklingen wehklagende Dudelsackweisen, die Manner tragen das Schottenmuster des Campbell-Clans und entzuckend scheue Enkel, oder sogar Urenkel, sagen ruhrende kleine Gedichte auf.Woher die Kinder die roten Locken haben,weis ich nicht,mein Haar ist glatt und blond, dank den Segnungen der Chemie sogar hellblond. Die Hinterbliebenen unglaublich, dass diese verweinten altlichen Gestalten meine eigenen Kinder sein sollen tupfen sich mit Leinentaschentuchern die Tranen ab, obwohl sie sonst nur Papiertaschentucher benutzen.DerGottesdienst findet kurz vorSonnenuntergang statt, und die Luft ist erfullt von Fliederduft. Fruhling. Zumindest dort, wo ich aufgewachsen bin, am Stadtrand von Chicago, kundet der Flieder vom Fruhling:vom Ende eines  angenWinters,vom erneut aufbluhenden Leben.


Meine Meinung

Eigentlich ist der Tod ja ein ernstes Thema, das kann jeder verstehen, der schon mal einen Menschen verloren hat. Aber diese Geschichte um Molly Marx vereint die Trauer mit einem super Humor.

Das ganze Geschehen erlebt der Leser aus Sicht von Molly. Sie ist im Jenseits und muss sich erst mal mit den Regeln anfreunden. Am Anfang versucht sie noch ins Geschehen einzugreifen, doch es hilft nichts. Das Jenseits hat seine eigenen Regeln.
Immer wieder wechselt sie dabei zwischen der Gegenwart und ihren Erinnerungen hin und her. So bekommt der Leser einen sehr guten Überblick über Molly’s Leben und den Dingen, die nach ihrem Tod passieren. Nur die Umstände ihres Todes bleiben bis zum Schluss im Dunkeln.

Mit viel Humor wird dies alles geschildert. Da Molly auch Gedanken lesen kann bringt das immer wieder amüsante Szenen hervor. Deswegen ist es auf jeden Fall besser, dass man nicht alles weiß, was in den Köpfen der Menschen so vorgeht.

Dabei sieht man vor allem das Molly mitnichten die perfekte Protagonistin ist. Sie hat viele Fehler und viele liebenswerte Eigenschaften. Aber genau das macht sie mir sehr sympathisch.  Ich habe mit ihr gelitten und habe mich mit ihr gefreut. Als sie sich dann am Ende von ihrer Familie verabschiedet konnte ich die Tränen nicht mehr zurück halten.

Und auch alle anderen Charaktere sind wie im wahren Leben eine bunte Mischung. Da haben wir den untreuen Ehemann, die zickige Schwiegermutter, die beste Freundin, die Schwester und die liebenden Eltern um nur die wichtigsten zu nennen. Ihnen bei der Bewältigung ihrer Trauer und Probleme zuzusehen ist abwechslungsreich. Manchmal möchte man ihnen den Kopf abreißen und manchmal leidet oder freut man sich mit ihnen.

Hinzu kommt noch der flüssige Schreibstil, der dieses Buch zu einer schönen Lektüre auch für Zwischendurch macht. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen.

Das Cover ist im Comic-Stil gestaltet. Man sieht einen strahlend blauen Himmel der mit einigen kleinen Wölkchen durchsetzt ist. In den Wolken findet man den Titel des Buches. Das ganze ist wohl eine Anspielung auf die Ansicht, das die Menschen in den Himmel kommen. Auf einer der Wolken sieht man dann auch Molly liegen und auf die am unteren Rand dargestellte Stadt schauen. Sehr schön gemacht.


Ich habe es nicht bereut dieses Buch zu kaufen. Einfach mal was anderes.





Autorenportrait
 
 

Sally Koslow wurde in North Dakota geboren, studierte Englisch an der University of Wisconsin und hat für verschiedene Zeitschriften und Magazine gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Manhattan.

Montag, 23. April 2012

Mein liebster Blog-Award

Juchu, auch ich habe jetzt endlich einen Award bekommen. Freue mich riesig darüber.


Bekommen habe ich ihn von Sharon's Buchblog.


Das sind die Regeln für den Award:

1. Kopiere den Award auf deinen Blog.
2. Verlinke den Blogger, der dir den Award verliehen hat.
 
3. Wähle deine fünf liebsten Blogs mit weniger als 200 Followern und benachrichtige sie darüber, dass sie den Award gewonnen haben.
4. Hoffe, dass die fünf Auserwählten die Liebe an weitere fünf Blogger weiterreichen.




Hier nun meine nominierten Blogs:
Alisias Wonderworld of Books
Buechertippzzz
Book- and Shoppaholics
Nachtgezwitscher
Zwischenweltträumer

McKinley, Robin - Atem der Nacht


Autor: McKinley, Robin
Titel: Atem der Nacht
Originaltitel: Sunshine
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: November 2009
ISBN-10: 3404163486
ISBN-13: 9783404163489
Seiten: 510
Einband: Taschenbuch
Serie: ---


Inhalt

Sunshine lebt in einer Welt die sich die Menschen mit den Anderen teilen müsse. Dämonen, Magietreibenden und Vampiren. Seit dem Krieg haben sich die Fronten noch mehr verhärtet. Doch das hindert Sunshine nicht daran immer wieder an den See zu fahren um dort Ruhe nach der Arbeit zu finden.
An diesem Abend jedoch ist es eine sehr schlechte Idee. Sie wird von einer Gruppe Vampire gefangen genommen. Als sie sie nicht gleich töten macht sie sich noch mehr Gedanken, was als Nächstes geschehen wird.  Die Vampire verschleppen sie in ein verlassenes Haus und Ketten sie dort an die Wand.
Aber sie ist dort nicht allein. In einer dunklen Ecke sitzt ein Mann, der ziemlich schlecht aussieht. Abgemagert und abgerissen. Schnell erkennt sie, dass sie als Abendessen für diesen Vampir hier ist.
Doch als die Sonne aufgeht und sie immer noch am Leben ist scheint sie nun sein Leben in den Händen zu halten. Die Situation schmiedet ein seltsames Band zwischen ihnen. Doch wird es stark genug sein um all das zu überleben??


Leseprobe

Es war dumm, das zu tun, aber so dumm auch wieder nicht. Schließlich war draußen am See seit Jahren nichts mehr passiert. Und er war so wunderbar weit weg von meinem übrigen Leben.
Montags ist unser Filmabend, weil wir feiern, dass wir eine weitere Woche überlebt haben. Sonntags schließen wir zwischen elf und Mitternacht und kriechen halbtot nach Hause, und am Montag haben wir frei (außer an ein paar Feiertagen). Dann kommt Ruby mit ihrer Kriegerkohorte und fällt mit einigen High-Tech-Vernichtungsgeräten über das Café her, bei denen selbst Godzilla in die Knie gehen würde (diese eingleisigen Militärhirne kommen einfach nie auf die Idee, ihr Reinigungspersonal um Hilfe zu bitten, wenn es gegen marodierende Riesenviecher geht). Dank Ruby ist Charlies Café wahrscheinlich als einziges Haus in der Altstadt nicht von den hiesigen Küchenschaben befallen, die die geschätzte Größe von Streifenhörnchen haben. Man kann sie knacken hören, wenn man draußen über das Kopfsteinpflaster läuft.


Meine Meinung

Ich habe dieses Buch nur durch Zufall entdeckt. Der Klappentext klang sehr interessant, also hab ich’s mitgenommen. Den Kauf habe ich nicht bereut.

Die Idee der Vampire ist ja nun schon sehr bekannt und auch in der Bücherwelt sehr verbreitet. Und trotzdem faszinieren mich diese Wesen immer wieder. Vor allem wenn man die vielen Möglichkeiten bedenkt mit denen man sie gestalten kann. Im Falle von „Atem der Nacht“ können sie einen Menschen mit den Augen zu allem überreden, Haucher können mit ihrem Atem Menschen in die Bewusstlosigkeit schicken, sie verbrennen in der Sonne und sind fast ausnahmslos böse.

So ist es nur natürlich, dass es auch weitere magische Elemente in der Geschichte gibt. Da wären die Dämonen, die normalerweise registriert werden müssen und doch noch immer unerkannt unter Menschen leben können. Magietreibende die so eine Art Hexen darstellen. Und Amulettschmiede welche Schutzsiegel und Amulette herstellen, die die Menschen vor den Anderen schützen sollen.

Sunshine gehört zu den Magietreibenden. Zu Beginn ist sie sich dessen noch nicht so stark bewusst. Zwar lernte sie vor 15 Jahren von ihrer Großmutter ein bisschen Magie, doch ab diesem Zeitpunkt hat sie sie nie wieder eingesetzt. Als sie jedoch in der Realität der Vampire aufschlägt hat sie keine andere Wahl. Und sie muss entdecken, dass sie stärker ist, als sie dachte. Damit gehen aber auch viele Schwierigkeiten einher. Und nicht selten muss sie dabei dem Tod ins Auge sehen. Sie ist ein sehr starker Charakter der sich gut auf die neuen Situationen einstellt und kämpft, um ihre Zukunft noch zu erleben.

Zum zweiten Protagonisten werde ich nicht so viel Sagen können, denn das würde definitiv die Spannung nehmen. Nur soviel. Er ist ein Vampir und trifft in dem alten Gebäude auf Sunshine. Ihrer und sein Weg sind ab diesem Zeitpunkt eng miteinander verbunden, denn ein gemeinsamer Feind startet eine Jagd auf Leben und Tod.

Das Buch wird in der Ich-Form aus Sicht von Sunshine erzählt. Damit bekommt man einen ziemlich guten Einblick in ihre Gedankenwelt und ihre Beweggründe. Das zieht einen in die Geschichte und man kann mit Leichtigkeit dem Geschehen folgen. Allerdings kommen dadurch die anderen Charaktere schlechter weg, denn man kann ihre Gedanken nicht sehen. Somit bleiben viele Sachen unklar.

Der Schreibstil ist gut lesbar. Man stolpert über keine Stellen und hat einen guten Lesefluss. Das Geschehen an sich wird immer wieder von Rückblenden und Erinnerungen durchsetzt und liefert so auch den Hintergrund für die Geschehnisse.
Was mir allderings aufgefallen ist, ist das doch sehr offene Ende. Viel Fragen bleiben ungeklärt auch wenn die Handlung an sich abgeschlossen ist.  Was passiert mit den Charakteren nach Ende des Buches, wie geht der Konflikt zwischen Menschen und den Anderen weiter? Wie gut kann Sunshine in ihr bisheriges Leben zurückkehren?

Einen Folgeband gibt es bisher leider nicht, denn ich würde mir wünschen, dass diese Fragen geklärt werden könnten. Vielleicht hat die Autorin mit Absicht alles offen gelassen um sich diese Möglichkeit zu bewahren. Die Zeit wird es zeigen.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Cover. Man sieht einen alten Raum. Vor der Wand sitzt eine junge Frau in einem blutroten Seidenkleid. An ihrem Fuß ist eine schwere Kette befestigt. Wenn man das Buch gelesen hat kann man erkennen, dass es eine Szene direkt aus dem Buch ist. Sehr ansprechend und passend. Das erste Wort des Titels sowie der letzte Buchstabe sind ebenfalls in Rot geschrieben. Es erinnert an das Blut, was nur zu oft fließt und welches die Nahrungsquelle der Vampire ist.

Diesen Spontankauf habe ich nicht bereut und hoffe jetzt sehr auf eine Fortsetzung.





Autorenportrait
 
Robin McKinley wurde als Jennifer Carolyn Robin McKinley am 16. November 1952 in Warren, Ohio geboren. Ihr Vater William McKinley war ein Offizier der United States Navy und ihrer Mutter Jeanne Turrell McKinley war eine Lehrerin. Als Ergebnis der vielen verschiedenen Marine-Posten ihres Vaters, wuchs McKinley auf der ganzen Welt, darunter in Kalifornien, New York, Japan und Maine, auf. Sie wurde in der Gould Academy, eine vorbereitende Schule in Bethel, Maine, erzogen. McKinley ging aufs College, zuerst am Dickinson College in Carlisle, Pennsylvania, 1970-1972. Sie beendete ihre College-Ausbildung am Bowdoin College in Brunswick, Maine und promovierte summa cum laude im Jahr 1975.

Robin McKinley lebt derzeit in Hampshire, England mit ihrem Mann, dem Autor Peter Dickinson. Sie haben zwei Hunde Spitznamen Chaos und Finsternis. Sie haben keine Kinder da Peter Dickinson Kinder aus einer früheren Beziehung hat. Zu ihren  "Obsessionen" gehört zu lernen wie man Klavier spielt, Reiten, Gärtnern, Kochen, und Glockenläuten.

Chloe Neill - Chicagoland Vampires 3: Mitternachtsbisse


Autor: Neill, Chloe
Titel: Mitternachtsbisse
Originaltitel: Twice Bitten
Verlag: Lyx
Erschienen: 12. Januar 2012
ISBN-10: 3802583647
ISBN-13: 9783802583643
Seiten: 407
Einband: Taschenbuch
Serie: Chicagoland Vampires Bnd. 3

Bnd. 1 –  Frisch Gebissen (11. Februar 2011)
Bnd. 2 – Verbotene Bisse (7. Juli 2011)
Bnd. 4 – Drei Bisse frei (Juli 2012)
Weitere Bände in Vorbereitung

Inhalt

Seit Jahrhunderten herrscht Streit und Missgunst zwischen Vampiren und Gestaltwandlern. Dieser Zwist ist darauf zurückzuführen, dass die Gestaltwandler zur Säuberungsaktion gegen die Vampire nicht auf deren Seite standen sondern zusahen, wie viele von ihnen das Leben lassen mussten.
Jetzt ist wieder der Zeitpunkt gekommen sich zu entscheiden. Dafür wollen sich die Rudel in Chicago treffen. Damit alles reibungslos funktioniert bittet Gabriel Keene, der Führer eines Rudels, Ethan und Merit um Hilfe. Die beiden sollen Sicherheitsvorkehrungen treffen und die Sicherheit der Rudel garantieren. Und das ist alles andere als leicht, wenn sich jemand aus dem eigenen Rudel gegen den Anführer stellt ...
 

Leseprobe

Ich befand mich am Anfang der Route 66, dem Ort, wo »Amerikas Hauptstraße« ihre Reise quer durch die Vereinigten Staaten beginnt: Der Buckingham-Brunnen, das Herz des Grant Park, verdankte seinen Namen dem Bruder der Frau, die den Brunnen der Stadt Chicago gespendet hatte. Tagsüber schoss der Brunnen seinen zentralen Strahl fünfundvierzig Meter in die Höhe – eine mächtige Wassersäule zwischen dem Michigansee und Downtown Chicago.
Doch es war bereits Nacht, und dann wurden die Wasserspiele abgeschaltet. Offiziell war der Park geschlossen, aber das hielt eine Handvoll Nachzügler nicht davon ab, sich einen Platz am Brunnen zu suchen oder auf den Stufen zu sitzen, die zum Lake Shore Drive hinabführten, und den Ausblick auf die dunklen glitzernden Wellen des Michigansees zu genießen.
Ich sah auf die Uhr. Es war acht Minuten nach Mitternacht. Ich war hier, weil mir jemand anonyme Mitteilungen hatte zukommen lassen. Die ersten spielten auf eine Einladung an, die ich schließlich mit der letzten erhielt und die mich um Mitternacht an den Brunnen bestellte. Mein geheimnisvoller Freund war also acht Minuten zu spät.


Meine Meinung

Und auch der dritte Teil der Chicagoland Vampires Reihe hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Diese Serie schafft es mich anzuketten ohne wieder frei kommen zu können. Und ich lasse mich sehr gern einfangen.

Zu diesem Teil eine Rezension zu schreiben ist trotz allem nicht einfach. Denn fast alles habe ich bereits bei den ersten beiden Rezensionen dieser Reihe geschrieben. Der Schreibstil besticht noch immer durch seine Leichtigkeit. Wie schon bei den ersten Bänden wird man in die Geschichte geschleudert und kann sich der Faszination nicht entziehen.

Noch immer wird das Geschehen aus Sicht von Merit beschrieben. Ihre Gefühle und Gedanken liegen dadurch dem Leser wie ein offenes Buch vor Augen. Mit viel Witz und Esprit führt uns Merit durch das Geschehen.
Im Mittelpunkt dabei steht nicht unmittelbar ihre Beziehung zu Ethan. Zwar ist sie ein fester Bestandteil des Ganzen, doch es ist keine herkömmliche Romanze wo es nur darum geht die beiden in Aktion zu erleben. Auch alle anderen Charaktere bekommen viel Raum sich zu entwickeln und in das Geschehen einzugreifen.

Merit kommt immer besser mit ihrer Rolle als Hüterin des Hauses Cadogan klar. Hat sie sich in den ersten beiden Bänden noch dagegen gewehrt so ist sie nun stolz darauf, diese Position inne zu haben. Sie will es sich und allen anderen beweisen, dass sie dafür die Richtige ist. Doch die Beziehung zu Ethan ist noch immer nicht leicht. Zwar hat man das Gefühl, dass sich die beiden immer näher kommen, doch so richtig abfinden können sich die beiden damit nicht. Es ist sehr spaßig ihnen bei ihrem ewigen Tanz zuzusehen. Als dann auch noch Ethan Exfreundin auftaucht scheint alles erneut aus dem Ruder zu laufen.

Das Cover zeigt auch wie bei den vorherigen Bänden eine junge Frau. Diesmal ist sie deutlich im Profil zu erkennen und erinnert mich an eine Ballerina. Sie sitzt in einem Fenster. Unter ihr ein Fluss der durch eine Stadt fließt. Von den Farben her scheint es gerade während einer Dämmerung zu sein.
Schlägt man die Seite auf sieht man ein weißes Tribal, welches schon auf dem Cover zu sehen ist, auf orangem Grund. Es gefällt mir sehr gut. Bei den Kapitel ist wieder die Rose zu finden welche den Titel des Buches ziert. Außerdem immer kleine Kapitelüberschriften.



Eine gelungene und würdige Fortsetzung die nur noch mehr Hunger auf die Serie macht und einem das Warten auf den nächsten Band erschwert. Mit Ungeduld sehne ich den Juli 2012 herbei.





Autorenportrait

 
Chloe Neill ist im Süden der USA aufgewachsen. Mit der Chicagoland-Vampires-Serie gibt sie ihr Debüt als Autorin. Derzeit schreibt sie an einer neuen Urban-Fantasy-Serie.

Ankhaba von Gunter Dueck


Autor: Dueck, Gunter
Titel: Ankhaba - Aufstieg und Zerfall der Untoten und ein menschliches Ende
Originaltitel: ---
Verlag: epubli GmbH
Erschienen: 2. März 2012      
ASIN: B007L41KWK
Seiten: 269
Einband: e-book
Serie: ---

Inhalt

Als Inhalt kopiere ich in diesem Fall mal den Klappentext, denn leider konnte ich dieses Werk nicht zuende lesen.

Die skrupellose Bio-Industrie hat den menschlichen Körper als ultimative Verdienstquelle entdeckt. Body-Modding ist in! Der letzte Schrei in Clubs und Lounges aber ist der Biss zum Vampir. Untote haben mehr Spaß am Leben! Jetzt kostenlos! Plötzlich werden die Menschen knapp. Frischblut ist nun der dominierende Wirtschaftsfaktor! Der frühreife Leon steigt zum mächtigen Beherrscher eines Zuchtkonzerns auf, der die Welt mit langhälsigen Gebrauchsmenschen versorgt. Inmitten dieser Apokalypse machen sich Leons Schwester Anke und der Wissenschaftler Brain auf die Suche nach dem Ursprung allen Unglücks. Ihr Weg führt zu den letzten Geheimnissen der Menschheit. In Ägypten finden sie Tod & Teufel, die Antwort auf fast alle Fragen und den Urgrund der menschlichen Seele. Anke greift sich den Schlüssel zu einer neuen besseren Welt der Liebe: das Ankhaba.
 

Leseprobe

Der Teufel und der Engel saßen auf dem Friedhof zusammen. Sie stritten, weil die Teufel nach der Ansicht des Himmels zu wenige Seelen lieferten. Der Teufel wühlte unwillig in einem Haufen schwarzer Seelen.
Sie lagen vor ihm wie verkohlte Kartoffeln herum.
»Schau doch, die Seelen sind viel zu schwarz! Sieh diese hier!«
Der Teufel nahm eine in die Hand und haderte mit dem Engel.
»Sie hat einen dicken dunklen Belag, sieh, das rötliche Innere leuchtet kaum noch heraus. Solch eine Seele wird in vielen Leben nicht sauber geleckt! Wir haben seit langer Zeit immer mehr und mehr zu tun! Unsere Arbeit wird von Jahrhundert zu Jahrhundert schwieriger! Es liegt an der gewaltigen Sündenschwemme! Kaum ein Mensch benimmt sich noch züchtig und lieb. Wir Teufel warnen schon so lange! ihr im Himmel seid zu weit von der Erde weg. ihr schaut nicht hin. ihr haltet die Augen geschlossen. Wir holen mehr und mehr Teufel hierher, nur um die versündigten Seelen zu reinigen. Wir schaffen es nicht. Niemand hört uns zu! Verdammt!
Niemand hört uns jemals zu!«


Meine Meinung

Um es gleich am Anfang zu sagen .... hätte ich Geld für dieses Buch ausgegeben hätte ich mich selbst in den Allerwertesten gebissen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut in einer sehr großen Runde dieses Buch zu lesen, denn es war ein Gewinn eines Exemplares für eine Leserunde auf lovelybooks. Leider musste ich auf Seite 50 (eine ungefähre Angabe, da ich keine Seiten angezeigt bekomme) abgebrechen.
Wie sich all das, was ich im Folgenden schreibe, auf die gedruckten Bücher bezieht, weiß ich nicht, da ich nur das e-book besitze. Aber ich muss einfach mal meine Meinung dazu sagen.

Was mir zuerst auffällt sind die komischerweise hohen Bewertungen des Werkes auf Amazon. Während ich die Leserunde in den letzten Tagen verfolgte war abzusehen, dass niemand der dort lesenden so hohe Bewertungen geben würde.

Zuerst einmal etwas Positives. Das Einzige was mir in diese Richtung auffällt ist das Cover. Es ist originell und gefällt mir sehr. Dadurch, und durch den Klappentext, war ich der Ansicht, dass es sich lohnen würde bei dieser Leserunde mitzumachen. Und auch das erste Kapitel hatte mich halbwegs überzeugt. Die Idee eines Gesprächs zwischen Engel und Teufel war sehr originell. Und krass war auch in dieser Richtung die Behandlung der sündigen Seelen.
Doch mit dem Start des ersten Kapitels ging der ganze Schlamassel erst richtig los. Die bereits im Prolog auftretenden Rechtschreibfehler wurden schlimmer und störten erheblich den Lesefluss.
Um mal ein paar zu nennen: (Kann leider keine Seitenzahlen nennen.)

dass er war gebissen worden war.“
„ich "dente", es heißt Graf Drakula“
„sie zeigte dieses Blatt den "ändern".“

Das sind aber noch nicht die schlimmsten. Es kommt  auch dazu, dass es völlig unverständlich wird, wenn man es versucht zu lesen.

„Vertraue und glaube. Sieb nickt bin.
Du wirst seben. Du wirst gewiss sein.
Glaube. Nichts anderes ist zu seben.“

Hinzu kommen dann immer wieder fehlende Satzteile, die auch wieder stark behindern, weil man immer überlegen muss, was der Autor in diesem Falle eventuell geschrieben haben könnte. Und natürlich Sätze wie dieser:

„Fünf kleine Negerlein, die sprengten eine Brück' da platzte eins in der Luft zu Brei, da waren's nur noch drei.“

Wer hier auch darüber stolpert, der sei beruhigt. Er ist nicht allein.

In die Geschichte konnte ich von Anfang an nicht reinfinden. Die Charaktere, die meiner Meinung nach sehr oberflächlich gestaltet sind, weder beschrieben werden noch einen Nachnamen besitzen oder deren Beziehung zueinander richtig deutlich wird, treten in Handlungen ein die ich in keiner Weise nachvollziehen konnte. Außerdem wirken sie ziemlich dümmlich auf mich, um nicht sogar zu sagen, völlig naiv. Einen Grund dafür fand ich schließlich in der Leseprobe. Im e-book fehlt das komplette erste Kapitel. Anderen Lesern ist dann schließlich aufgefallen, dass es irgendwann in der Mitte des Werkes auftaucht. Ich bin leider nicht mehr an diese Stelle gekommen.

Was nun den Schreibstil betrifft. Ich finde, dass so etwas sogar ein Schüler schreiben kann. Der Satzbau ist einfach und immer wieder gleich. So beginnt der Autor immer wieder mit den gleichen Worten. Nach dem man fünf mal Brain..., Brain ..., Brain ...., Brain ....., Brain .... gelesen hat geht es einem gehörig auf die Nerven. Bei Aufsätzen bekam man solche Sätze fett und rot angestrichen, und jetzt weiß ich auch warum. Man kann so was nicht auf Dauer lesen. Diese ungefähren 50 Seiten zogen sich zäh wie Kaugummi dahin.

Aus meiner jetzigen Warte werde ich dieses Buch nie wieder in die Hand nehmen, sofern wir nicht eine überarbeitete Fassung zur Verfügung gestellt bekommen. Der Autor hat eine Gute Idee komplett verschenkt. Ein solches Fiasko würde ich niemals unter meinem Namen veröffentlichen lassen.
(Sollten wir eine überarbeitete Version zur Verfügung gestellt bekommen, werde ich es eventuell noch einmal probieren und meine Rezension dementsprechend ändern, was sich aus einem erneuten Versuch ergeben sollte. Vorerst muss ich das so stehen lassen.)





Autorenportrait

Gunter Dueck ist 1951 in Hildesheim geboren und lebt heute mit seiner Frau Monika in Walhilsbach bei Heidelberg. Ihre Kinder Anne und Johannes sind "schon groß" und promovieren derzeit in Biochemie bzw. Mathematik.
GD studierte in Göttingen Mathematik und BWL, danach folgten Promotion (1977) und Habilitation (1981) an der Universität Bielefeld, wo er bis 1987 als Professor für Mathematik lehrte. Dann trat er ins IBM Wissenschaftliche Zentrum der IBM ein, betrieb Forschungen in der Optimierung von Industrieproblemen, war mit seinen Finanzrisikobetrachtungen damals hoffnungslos zu früh dran, baute das Data Warehousegeschäft der IBM auf und legte in neuester Zeit das Fundament für IBM Cloud Computing. Zuletzt war er 2011Chief Technology Officer der IBM Deutschland. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Keynotespeaker nach seiner Pensionierung weiter.
Gunter Dueck ist IBM Distinguished Engineer, Mitglied der IBM Academy of Technology, Fellow des amerikanischen Ingenieurverbandes IEEE und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Er war je acht Jahre Mitglied der Präsidien der Gesellschft für Informatik und der Dt. Mathematikervereinigung. Er schreibt seit 1999 in jedem Heft des Informatik-Spekrtrum eine lange Kolumne und alle vierzehn Tage ein "Daily Dueck" auf seiner vielbesuchten Homepage "omnisophie.com", wo auch Videos von Reden, viel mehr Infos als hier und alles zu finden ist, was man so über ihn wissen kann.
Seine Bücher sind zum größeren Teil philosophisch und ranken sich um sein großes Thema der "artgerechten Haltung des Menschen". Die nichtartgerechte Haltung geißelt er so herrlich beißend-gallig-satirisch in seinen Büchern "Lean Brain Management" (FTD Management Buch des Jahres 2006!) und "Direktkarriere", dass etliche Leser die Bücher wörtlich bierernst nehmen und schlechte Rezensionen bei Amazon schreiben. Sein großer Versuch einer neuen Wirtschaftsdeutung "Abschied vom Homo Oeconomicus" wurde vom Handelsblatt zu den zehn wichtigsten Wirtschaftsbüchern 2007 gezählt.
Und sonst? "Ich bin schon ziemlich alt, aber eigentlich Digital Native. Ich frage mich, ob ich nicht Botschaften bei YouTube hochladen sollte statt lange an Büchern zu feilen. Ich bin beeindruckt vom Echo auf Videobotschaften! Am liebsten wäre ich reiner Dichter geworden. Mein mir am meisten am Herzen liegendes Buch ist mein Vampirroman Ankhaba! Darf ich das hier einmal sagen? Ich habe einen ziemlich offiziellen Beruf und würde anderswo mit so einem Bekenntnis ausgelacht. Den Roman würde ich gerne verfilmen, ich schreibe bestimmt noch Fortsetzungen! Ach ja, jeder hat seine Träume, oder?"

ICE-Hüter des Nordens von Sarah Beth Durst


Autor: Durst, Sarah Beth
Titel: ICE - Hüter des Nordens
Originaltitel: Ice
Verlag: Lyx
Erschienen: 9. Februar 2012
ISBN-10: 3802586026
ISBN-13: 978-3802586026
Seiten: 291
Einband: Taschenbuch
Serie: ---

Inhalt

Cassie lebt mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihre Aufgabe besteht im Beobachten von Eisbären. Ihre Mutter kennt sie nicht, denn sie ist bei ihrer Geburt gestorben. An ihrem 18. Geburtstag macht sie sich allein auf den Weg ins Packeis um einen Eisbären zu verfolgen. Er ist der Größte den sie je gesehen hat. Doch bevor sie nahe genug herankommen kann verschwindet er einfach. Erst am Abend sieht sie ihn wieder, direkt im Lager. Er berichtet ihr von einer Legende, die sie bisher immer für ein Märchen gehalten hat. Doch stellt sich jetzt heraus, dass all das der Wahrheit entspricht. Jetzt muss sie sich entscheiden ... geht sie den vorher bestimmten Weg oder lehnt sie sich gegen ihr Schicksal auf. Denn das Leben ihrer Mutter steht auf dem Spiel.


Leseprobe

»Es war einmal vor langer, langer Zeit, da sagte der Nordwind zum König der Eisbären: ›Stehle mir eine Tochter, und wenn sie herangewachsen ist, soll sie deine Braut sein.‹«
Cassie, vier Jahre alt, klammerte sich fest an ihre Bettdecke und blickte unverwandt auf ihre Großmutter. Die saß steif auf der äußersten Kante von Cassies Bett und erinnerte, hochgewachsen und aufrecht, in ihrer linken Hand einen Gehstock aus Mahagoni, an einen Armeegeneral. Dad war heute Abend nicht da. Er hatte außerhalb der Station zu tun. Das bedeutete, Cassie würde die Geschichte hören. Gram erzählte sie niemals, wenn er zu Hause war. Und es war die einzige Geschichte, die sie überhaupt je erzählte.
»Und so kam es, dass der König der Eisbären ein Menschenkind entführte und es dem Nordwind brachte. Von da an lebte es bei ihm. Der Nordwind war sein Vater, und der Westwind, der Südwind und der Ostwind waren seine Onkel. Es wuchs zu einer wunderschönen, aber sehr einsamen jungen Frau heran. Eines Tages, als die Winde nicht da waren (was oft geschah), traf sie einen Menschen, einen Mann. Sie freundete sich mit ihm an, und schließlich verliebten sich die beiden ineinander.
Als nun der König der Eisbären erschien, um seine Braut einzufordern, wies sie ihn ab. Ihr Herz, sagte sie, gehöre einem anderen. ›Ich will keine Braut, die nur aus Zwang die Meine wird‹, sagte er zu ihr. ›Aber dein Vater hat mir ein Versprechen gegeben.‹


Meine Meinung

Dieses Buch war ein richtiger Page-Turner. Innerhalb eines Tages hatte ich die Geschichte gelesen. Wunderbar romantisch und sehr phantasielvoll.

Was mir sehr schnell aufgefallen ist sind die Parallelen zu einem sehr schönen Märchen. Der Eisbärkönig. Da ich dieses Märchen aber liebe, fand ich das jetzt nicht schlimm, denn es ist abgewandelt und mit vielen neuen Richtungen versehen. Einzig das Grundgerüst der Geschichte ist dieselbe. So z.B. die Heirat mit einem Eisbär, die Braut darf das menschliche Gesicht ihres Gatten nicht sehen und als sie es doch sieht, muss er eine andere Frau heiraten.
Vieles andere ist auch neu hinzugefügt worden ... die Hüter, die Familie von Cassie (mit Nordwind als Großvater) und die Trolle.

Kommen wir zur Protagonistin Cassie. Sie hat ihr ganzes Leben auf dieser Forschungsstation verbrachht und kennt sich sehr gut in der Arktis aus. Ihre Großmutter erzählte ihr immer die Geschichte von dem Eisbär und dem Nordwind, doch mit den Jahren war es dann eben nicht mehr als eine Geschichte. Als sie dann schließlich dem Eisbär begegnet bleibt sie erstaunlich ruhig. Ich wäre hysterisch geworden. Und diese Stärke zieht sich durchs ganze Buch.

Bär, wie der Eisbär genannt wird, lebt schon sehr lange. Er ist der Munaqsri, ein sogenannter Hüter, der Eisbären. Diese Munaqsri sind für den Fortbestand der Arten zuständig. Sie sammeln die Seelen der sterbenden und geleiten sie zu einer neuen Geburt. Da allerdings ihre Art immer mehr ausstirbt ist es für den Bären sehr wichtig eine Frau zu bekommen. Die hat er in Cassie gefunden. Er ist sehr liebevoll und fürsorglich zu ihr, doch er versteht oft ihre Beweggründe nicht und handelt dadurch unüberlegt. Trotzdem ist er sehr symphatisch.

Die Art, wie die Autorin hier das Leben beschreibt, ist einfach sehr schön. Gerne würde ich mir das Leben und Sterben so vorstellen. Die Essenz, die Seele, bleibt erhalten und wird immer wieder geboren. So geht das, was den Menschen und die Tiere ausmacht, nicht verloren.

Der Schreibstil ist sehr gut lesbar. Man wird in die Geschichte gezogen und nicht wieder losgelassen. Hinzu kommt die mit viel Phantasie gestaltete Geschichte, die sehr bildlich dargestellt wird. Schon alleine die Beschreibung des Palastes des Bären ist einfach unglaublich.

Das Cover ist ebenso schön gestaltet. Es passt perfekt zu einem Märchen. Die Hauptfarben sind Violett, Lila und ein sehr helles Blau. Am unteren Rand läuft ein Eisbär durch die Arktis. Auf der oberen Hälfte sieht man den unteren Teil eines Frauengesichts und ihre Hände, die eine vereist wirkende Rosenblüte halten. Die Blüte und der Schriftzug Ice sind mit einem Spotlack aufgebracht, was die Wirkung es sei aus Eis noch stärker hervorhebt.
Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, jeweils gekennzeichnet durch einen Eisbär und einer Teil-Überschrift. Die Kapitel sind mit Schneeflocken verziert und liefern immer eine genaue Ortsangabe in Längen- und Breitengraden.






Dieses Buch sollte man einfach gelesen haben. Einfach romantisch und zeitlos schön.





Autorenportrait
 

Sarah Beth Durst schreibt magische, märchenhafte und freche Bücher für junge und junggebliebene Leser. In Ice – Hüter des Nordens, das sie als Liebeserklärung an ihren Mann geschrieben hat, greift sie das Thema eines alten skandinavisches Märchens auf, während Ivy – Steinerne Wächter von ihrer Studentenzeit an der Princeton University inspiriert ist. Die wunderschöne alte Universität mit ihren vielen Wasserspeiern hat schon immer ihre Fantasie angeregt. Sarah wurde mehrfach für den renommierten Andre Norton Award nominiert.

Donnerstag, 19. April 2012

Suche bissige Vampir fürs Leben von Kimberly Raye


Autor: Raye, Kimberly
Titel: Suche bissigen Vampir fürs Leben
Originaltitel: Dead End Dating
Verlag: LYX
Erschienen: 15. Januar 2009
ISBN-10: 3802581687
ISBN-13: 9783802581687                     
Seiten: 343
Einband: Taschenbuch
Serie: Dead End Dating Bnd.1

Bnd.2 – Beiß mich, wenn du kannst
Bnd.3 - Sarggeflüster
Bnd.4 – Lebe lieber untot
Bnd.5 – Natürlich mit Biss

Inhalt

Auch das Leben als Vampirin ist nicht leicht. Das muss Lil am eigenen Leib erfahren. Ihre Familie ist wahnsinnig überheblich. Und nichts würde ihren Eltern besser gefallen als ihre unbändige Tochter endlich in den Ehehafen einlaufen zu sehen. Doch damit hat Lil absolut nichts am Hut .... sie will Liebe und keinen Zuchthengst.
Also klinkt sie sich aus dem Familienunternehmen aus und versucht auf eigenen Beinen zu stehen. Sie gründet eine Dating-Agentur für Übernatürliche Wesen. Und die Geschäfte florieren auch.
Da taucht eines Tages ein Kopfgeldjäger in ihrer Agentur auf und bittet um ihre Mithilfe. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen und nutzt dazu Dating-Anzeigen und Agenturen, um an seine Opfer zu kommen.
Ehe sich Lil versieht steckt sie mittendrin. Und zu allem Überfluss fühlt sie sich auch noch zu Ty Bonner hingezogen. Doch wie soll sie ihren Eltern erklären, dass sie als geborene Vampirin sich mit einem Gewandelten abgibt??


Leseprobe

Für diejenigen unter Ihnen, die mich noch nicht kennen: Mein Name ist Gräfin Lilliana Arabella Guinevere du Marchette (ja, ich weiß), aber meine Freunde nennen mich Lil.
Ich meine, also ehrlich, was hat sich meine Familie dabei bloß gedacht? Heutzutage ist es schon schwierig genug, ein alleinstehender, arbeitsloser, fünfhundertjähriger weiblicher Vampir zu sein, ohne dieses ganze angeberische Getue von wegen französischer Adel und dazu noch diesen ganz altmodischen, schwachsinnigen Namen, der noch nicht mal in die Zeile auf dem Antrag für eine Visa-Karte passt. So hat halt jeder sein Kreuz zu tragen. (Ups, das war wohl eine eher unglückliche Wortwahl. Mein Fehler.)
Sagen wir einfach, das Leben ist ohnehin schon hart genug für eine Frau, und der Tod ist auch nicht viel besser. Nach wie vor erwartet man von uns, diesem Image von wegen Barbie der Nacht gerecht zu werden – perfekte Figur, perfekte Haare, perfekte Klamotten, perfekte Eckzähne – und uns fortzupflanzen, für die Familie zu jagen und dafür zu sorgen, dass die kleine Morticia nicht die Wände anmalt oder Baby Vlad seiner Graf-Dracula-Puppe nicht die Augen rausdrückt und sie runterschluckt. So viel zum Thema Stress.


Meine Meinung

Absolutes Suchtpotenzial. Was habe ich nicht für Tränen gelacht. Dieser Reihenauftakt hat es echt in sich.

Lil ist alles andere als eine typische Vampirin. Sie trinkt Blut aus Gläsern, liebt die Farbe rosa und schwört auf die Liebe. Also das genaue Gegenteil zu einem Vampir, wie man ihn kennt. Sie geht mit einer Verklärtheit durch ihr Leben die ihresgleichen sucht. Ihre Kaufsucht ist beinahe schon krankhaft. Und trotzdem liebe ich Lil [auch wenn rosa so gar nicht meine Farbe ist J ] Ihre Art und Weise durchs Leben zu stolpern hat schon was für sich.

Ty Bonner ist der  typische Vampir. Dunkel und in Leder gekleidet entspricht er dem Klischee des Vampirs bis aufs Haar. Viel erfährt man allerdings nicht über Ty, denn seine Auftritte sind eher kurzer Natur. Und doch mag ich den Kerl. Man erkennt sofort, dass er sich zu Lil hingezogen fühlt. Man kann nur gespannt sein, wie sich das Ganze in den folgenden Bänden entwickelt.

Die Erzählweise ist der absolute Hit. Lil erzählt aus ihrer Perspektive in der Ich-Form, wodurch man sich direkt in das Geschehen hinein versetzt fühlt. Mit ihrem ungetrübten Humor zauberte sie immer wieder Schmunzler und Lacher auf meine Lippen. Ohne Taschentuch hab ich gar nicht angefangen zu lesen. Was ich meine konnte man schon in den paar Sätzen der Leseprobe erkennen.

Der Schreibstil von Kimberly Raye ist leicht zu lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und kann diesen überall auftauchenden Humor in vollen Zügen genießen.

Das Cover ist ein buntes Comicbild. Eine blonde Frau mit Umhang beugt sich über einen an der Wand lehnenden Mann. Die Symbolik des Vampirs in sehr spaßiger Weise umgesetzt, passend zum Inhalt des Buches. Außerdem sind vorwiegend rot und rosa Farben zu finden, eindeutiges Indiz auf die Vorlieben von Lil.





Ich freue mich sehr darauf die nächsten Bände zu lesen. Wem etwas Humor in seinem Leben fehlt, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.





Autorenportrait

 

Kimberly Raye, eine der populärsten Autorinnen von Liebesromanen in den USA, lebt in Texas. Mit 'Suche bissigen Vampir fürs Leben' gelang ihr der Einstieg in die US-Bestsellerlisten. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Janet Evanovich, Nina Bangs und Charlaine Harris.





Mortal Kiss: Wem gehört dein Herz? von Alice Moss


Autor: Moss, Alice
Titel: Mortal Kiss: Wem gehört dein Herz?
Originaltitel: Mortal Kiss: Fool’s Silver
Verlag: Egmont INK
Erschienen: 9. Februar 2012
ISBN-10: 3863960270
ISBN-13: 9783863960278
Seiten: 237
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag
Serie: Mortal Kiss Bnd. 2

Bnd. 1 - Mortal Kiss: Ist deine Liebe unsterblich?


Inhalt

Die Ferien stehen vor der Tür und die finsteren Kreaturen wurden besiegt. Jetzt kann sich Faye vollkommen darauf konzentrieren ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen und ihre Liebe zu Finn zu genießen.
Nur leider bleibt es nicht lange so still. Lucas, Finn’s Halbbruder verschwindet spurlos. Und nur Faye ist fest davon überzeugt, dass mehr dahinter steckt als nur ein Ausflug. Sie kann nicht verstehen, das Finn ihr nicht glaubt und alles als übertreiben abtut.
Erst als zwei fremde Männer seine Motorradgang angreifen und einige seiner Männer entführen scheint er aufzuwachen und mehr hinter allem zu vermuten. Die Gang macht sich auf um ihre Leute zurück zu bringen, Faye begleitet Finn bei seiner Mission. Doch als sie sich dem Versteck immer weiter nähern werden sie erneut angegriffen. Was sie schließlich vorfinden übersteigt ihre schlimmsten Befürchtungen ...


Leseprobe

Die Glocke der Winter Mill Highschool läutete für dieses Schuljahr zum letzten Mal, und Faye McCarron spürte, wie die Aufregung in der warmen Luft Funken schlug.
Den ganzen Tag hatte sie mit Freunden über ihre Pläne für die Sommerferien gesprochen. Die Erinnerung an den seltsamen kalten Winter, der sich nur Monate zuvor in der Stadt eingenistet hatte, war noch nicht völlig verblasst. Jetzt freuten sich alle auf lange, sonnige Tage, in denen es nichts zu erledigen gab und man tun konnte, was man wollte.
»Faye! Komm endlich, wir haben nicht den ganzen Abend Zeit!«
Faye blickte hoch und sah ihre beste Freundin Liz Wilson am Schultor stehen und ungeduldig von einem Bein aufs andere treten.
»Beeil dich! Wir müssen unsere Outfits zusammenstellen! Oder hast du vergessen, was nachher anliegt?«
Faye lächelte. Natürlich hatte sie das nicht vergessen. Lucas Morrow wollte auf seinem Anwesen eine Schuljahresabschlussparty geben und hatte die ganze Klassenstufe dazu eingeladen. Obwohl Fayes Tante Pam seit dem Verschwinden von Lucas’ Mutter offiziell zu seinem Vormund erklärt worden war, konnte sie nicht ständig dort wohnen, denn sie musste ja auch ihre Buchhandlung weiterführen. Darum lebte Lucas seit den Ereignissen des langen Winters mehr oder weniger allein in dem Riesenhaus. Es war viel zu groß für eine Person, aber er bekam oft Besuch.

Meine Meinung

Schon der erste Band hat mich überzeugt. Und auch mit der Fortsetzung ist es Alice Moss gelungen mich in den Bann der Geschehnisse zu ziehen. Sie hat es geschafft eine Steigerung der Spannung im Gegensatz zum ersten Band zu schaffen. Ich war sehr froh darüber.

Faye ist noch immer die junge Wilde, die sich gerne mit ihrer besten Freundin Liz Outfits für Partys zusammenstellt. Doch jetzt hat sie auch Finn, mit dem sie einen großen Teil ihrer Zeit verbringt. Sie liebt ihn und ist glücklich, dass er nach den ganzen Vorfällen nicht weiter gezogen ist, sondern in ihrer Nähe bleibt. Als schließlich alles aus dem Ruder läuft ist es auch Faye, die eine sehr schwere Entscheidung treffen muss. Sie hat mich in diesem Moment wirklich überrascht.

Zu Finn kann ich nur sagen, dass er für mich eine negative Entwicklung gemacht hat. Zumindest am Anfang des Buches. Er ist verliebt in Faye und doch hört er ihr nicht zu, als sie mit ihren Sorgen wegen Lucas’ Verschwinden zu ihm kommt. Sein Verhalten konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Zum Glück legte sich das dann wieder und er wurde wieder zu dem, der er in Band eins gewesen war. Nun bin ich mal gespannt, wie er sich weiterhin so macht.

Zu Lucas kann man in diesem Band nicht viel sagen, denn er ist den Großteil ja verschwunden. Aus einigen Erzählungen und Begebenheiten kann man allerdings erkennen, dass er sehr gerne eine gute Beziehung zu seinem Halbbruder Finn aufbauen möchte. Das macht ihn nur noch sympathischer.

Die Idee für den Fortgang der Geschichte und die Umsetzung finde ich erneut gelungen. Der Spannungsbogen baut sich von der ersten Seite her auf und gipfelt schließlich auf den letzten Seiten im Showdown. Sehr überrascht hat mich dann auch wieder der Epilog, denn dieser Cliffhanger hat’s wirklich in sich. Zu gerne würde ich bereits den nächsten Band in den Fingern halten wollen.

Der Schreibstil ist auch hier wieder locker und flüssig zu lesen. Eindeutig in den Jugendbuch-Bereich einzuordnen. Die Erzählweise in der dritten Person lassen auch wieder alle möglichen Charaktere zu Wort kommen. So bekommt man einen schönen Überblick über das gesamte Geschehen ohne etwas wichtiges zu verpassen.

Und auch die Gestaltung des Buches ist wieder sehr schön geworden. Diesmal wird das Cover von sehr dunklen Farben beherrscht. Im unteren Teil ist ein Wolf zu sehen, der erneut das Werwolfthema verkörpert. Die obere Hälfte wird von einem Mädchen und einem Jungen eingenommen. Das Mädchen ist für mich ganz klar Faye .... erwachsener und selbstbewusster als auf dem ersten Cover. Wen der Junge darstellen soll weiß ich nicht .... Lucas oder Finn. Denn die Frage steht ja eindeutig – Wem gehört dein Herz?






Eine gelungene Fortsetzung die wieder Appetit auf mehr macht. Sehr zu empfehlen und auch als Lektüre für Zwischendurch sehr geeignet.






Autorenportrait

Alice Moss wuchs in New York auf und pendelt mittlerweile zwischen Main und London in England. Wenn Alice nicht schreibt, liebt sie es zu wandern, zu fotografieren oder nach den neuesten Vintage Styles zu stöbern.

Schattenblüte: Die Verborgenen von Nora Melling



Autor: Melling, Nora
Titel: Schattenblüte: Die Verborgenen
Originaltitel: ---
Verlag: Rohwolt Polaris
Erschienen: 01. November 2010
ISBN-10: 3862520005
ISBN-13: 9783862520008
Seiten: 348
Einband: Gebunden
Serie: Schattenblüte Bnd.1

Bnd.2 - Die Wächter

Inhalt

Luisa hat es satt. Sie hat Berlin satt, sie hat ihre Eltern satt und sie hat vor allem ihr Leben satt. An ihrem 17. Geburtstag beschließt sie, dass es besser wäre einen Schlussstrich zu ziehen. Seit dem Tod ihres kleinen Bruders läuft alles verkehrt. Um dem zu entfliehen klettert sie auf einen Turm im Grunewald. Sie klettert auf die Brüstung, schließt die Augen und breitet die Arme aus .... und plötzlich ist da eine Hand. Sie gehört zu einem ungewöhnlichen Jungen. Er ist so anders, dass sie sich ohne Widerstand von der Brüstung zurück ins Leben ziehen lässt. Doch so schnell, wie er gekommen ist verschwindet er auch wieder, nur seinen Namen hat er ihr verraten: Thursen.
Sie kann ihn einfach nicht vergessen und so macht sie sich auf die Suche nach ihm. Schnell wird sie auch fündig, doch er ist nicht, was sie erwartet hatte. Das Leben ist zwar immer noch schwer zu ertragen, aber an seiner Seite fühlt sie sich besser.
Doch das Geheimnis, dass Thursen umgibt, könnte alles zerstören. Immer wieder wird Luisa an den Rand ihrer Grenzen geführt ... und es fehlt nicht viel, dass sie in den Abgrund stürzt ...

video


Leseprobe

Das einzig Gute an Berlin ist, dass man untertauchen kann. Zuerst habe ich es im Tiergarten versucht: ein riesiger Park, aber trotzdem noch zu eng. Im Tegeler Forst gibt es zu viele Wanderwege. Auch da trifft man immerzu Menschen. Wenn man für sich sein muss, ist der Grunewald am besten.
Ich nehme die S-Bahn. Am Bahnhof winde ich mich zwischen den Leuten hindurch zum Hinterausgang, gehe unter ersten Bäumen die schmale Straße entlang. Nach der Ampel habe ich endlich Tannennadeln unter den Füßen. Die Autos können mir auf dem Wanderweg nicht folgen.
Regnerisches Wetter heute, das die Spaziergänger fernhält. Meine Turnschuhe traben wie Tierpfoten über die feuchte Walderde. Es tropft von den Zweigen in meinen Nacken, ich ziehe den Kopf ein. Vielleicht gehe ich nie mehr zurück in die Stadt. Nie mehr nach Hause. Nie mehr in die Schule. Vielleicht bleibe ich hier, im Wald, verschmelze mit den Bäumen. Dann gäbe es keine Fragen mehr. Keine gelogenen Antworten. Kein geheucheltes «Oh, es gefällt mir hier». Die Wahrheit ist: Berlin ist zum Kotzen. Zu laut, zu grell.


Meine Meinung

Die Verborgenen ist der erste Band der Schattenblüten-Serie. Ein Auftakt, der sich nicht zu verstecken braucht. Nora Melling hat in ihrem Werk das Thema Werwolf aufgegriffen und ihm eine neue Note verliehen. Sie sind keine blutrünstigen Bestien, verwandeln sich nicht nur bei Nacht und ihr Ursprung bleibt ungeklärt. Der Leser erfährt nur, wie die neuen Wölfe ins Rudel aufgenommen werden und was letztendlich aus ihnen wird. Doch wo die Wölfe genau hergekommen sind wird nicht geklärt. Man kann nur hoffen, dass in den folgenden Bänden mehr dazu erzählt wird.

Die Protagonistin Luisa ist mir zu Beginn sehr unsympathisch gewesen. Natürlich kann ich mich in ihre Lage hineinversetzen, denn wenn ich mir vorstelle einen meiner Brüder zu verlieren, dreht sich mir der Magen um. Doch sie und ihre Eltern sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie keinen freundlichen Eindruck auf mich machten. Nur langsam konnte ich mich mit ihr anfreunden, denn sie in Gegenwart von Thursen und im Laufe der Handlung veränderte sie sich zum positiven. Trotz allem bleibt sie für mich jedoch ein Charakter mit dem ich noch nicht so viel anfangen kann, wie ich gerne möchte.

Und dann haben wir da Thursen, den Leitwolf. Er ist für die Gruppe der Verborgenen verantwortlich. Und diesen Job macht er für sein Alter gar nicht schlecht. Als er Luisa sieht kann er nicht die Augen von ihr lassen. Als sie dann ihr Leben beenden will greift er ein und zieht sie damit widerwillig in seine Welt. Doch er weigert sich beständig, den letzten und einfachsten Schritt zu gehen ... nämlich Luisa ins Rudel aufzunehmen. Ich finde das eine ziemlich starke Reaktion. Auch lässt er sich seine vielen Probleme nicht anmerken, sondern lädt sich zusätzlich noch Luisa’s Probleme auf. Ein wirklich starker Charakter.

Das Wolfsrudel selbst ist eine bunte Mischung an Charakteren. Zum einen haben wir da die Wölfe, die alle auf ihre Art etwas einzigartiges ausstrahlen. Und dann sind da die Menschen. Karr, Sjöll und Norock. Sie alle verfügen über wesentliche Merkmale, die das Lesen zu einem Vergnügen gemacht haben. Man fühlte sich in ihrer Gegenwart wohl.

Die Handlung an sich war schon spannend geschrieben. Der Start geht wirklich ziemlich flott voran, was wohl vor allem auch der ungewöhnlichen Begegnung der beiden geschuldet ist. Aber dann driftet alles etwas ab und hat sich für meinen Geschmack etwas in die Länge gezogen. Erst ungefähr nach der Hälfte des Buches geht’s dann wieder los. Und zum Schluss überschlagen sich dann die Ereignisse. Ich will jetzt nicht sagen, dass das Lesen mich gelangweilt hat, aber es hätte für meinen Geschmack schon etwas mehr Pfeffer dahinter sein können.

Luisa ist im ganzen Geschehen die Erzählerin und schildert uns direkt aus ihrer Sicht das Geschehen. Zwar kann man so ihre Gefühle und Gedanken genau verfolgen, doch reicht es nicht aus, mir alle ihre Beweggründe verständlich zu machen. Das fand ich sehr schade, denn an sich hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist locker und sehr gut zu lesen. Kein Fachchinesisch oder zu komplexe Sätze hindern den Leser daran, sich komplett in diese Welt zu verlieren. Die Schauplätze des Geschehens werden sehr bildhaft geschildert. Da ich selbst ein großer Liebhaber des Waldes bin hat es mich natürlich umso mehr gefreut, dass ein Großteil der Handlung im Wald spielte.

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Den Großteil der Fläche nimmt eine schwarze Blüte ein, hinter der ein Mädchengesicht zu sehen ist. Die dunkle Farbe passt hervorragend zur ganzen Stimmung des Buches. Trauer und Schmerz werden so ganz klar charakterisiert. Besonders haben mir allerdings die erhabenen Tautröpfchen auf der Blüte gefallen, die das Cover zu etwas Besonderem machen. Und auch der Schriftzug Schattenblüte hat diese leichte Erhöhung. Bei den Kapitelanfängen wird die Blüte in Verbindung mit einem Greifvogel wieder aufgegriffen. Ein kleines Extra in der Gestaltung.




Alles in allem gut gelungen, mit ein paar kleineren Abstrichen. Trotzdem freue ich mich schon auf den 2. Band, den ich hoffentlich bald in den Händen halten werde.





Autorenportrait



Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln. Zuvor erschien bei Polaris "Schattenblüte. Die Verborgenen".