Montag, 23. April 2012

Ankhaba von Gunter Dueck


Autor: Dueck, Gunter
Titel: Ankhaba - Aufstieg und Zerfall der Untoten und ein menschliches Ende
Originaltitel: ---
Verlag: epubli GmbH
Erschienen: 2. März 2012      
ASIN: B007L41KWK
Seiten: 269
Einband: e-book
Serie: ---

Inhalt

Als Inhalt kopiere ich in diesem Fall mal den Klappentext, denn leider konnte ich dieses Werk nicht zuende lesen.

Die skrupellose Bio-Industrie hat den menschlichen Körper als ultimative Verdienstquelle entdeckt. Body-Modding ist in! Der letzte Schrei in Clubs und Lounges aber ist der Biss zum Vampir. Untote haben mehr Spaß am Leben! Jetzt kostenlos! Plötzlich werden die Menschen knapp. Frischblut ist nun der dominierende Wirtschaftsfaktor! Der frühreife Leon steigt zum mächtigen Beherrscher eines Zuchtkonzerns auf, der die Welt mit langhälsigen Gebrauchsmenschen versorgt. Inmitten dieser Apokalypse machen sich Leons Schwester Anke und der Wissenschaftler Brain auf die Suche nach dem Ursprung allen Unglücks. Ihr Weg führt zu den letzten Geheimnissen der Menschheit. In Ägypten finden sie Tod & Teufel, die Antwort auf fast alle Fragen und den Urgrund der menschlichen Seele. Anke greift sich den Schlüssel zu einer neuen besseren Welt der Liebe: das Ankhaba.
 

Leseprobe

Der Teufel und der Engel saßen auf dem Friedhof zusammen. Sie stritten, weil die Teufel nach der Ansicht des Himmels zu wenige Seelen lieferten. Der Teufel wühlte unwillig in einem Haufen schwarzer Seelen.
Sie lagen vor ihm wie verkohlte Kartoffeln herum.
»Schau doch, die Seelen sind viel zu schwarz! Sieh diese hier!«
Der Teufel nahm eine in die Hand und haderte mit dem Engel.
»Sie hat einen dicken dunklen Belag, sieh, das rötliche Innere leuchtet kaum noch heraus. Solch eine Seele wird in vielen Leben nicht sauber geleckt! Wir haben seit langer Zeit immer mehr und mehr zu tun! Unsere Arbeit wird von Jahrhundert zu Jahrhundert schwieriger! Es liegt an der gewaltigen Sündenschwemme! Kaum ein Mensch benimmt sich noch züchtig und lieb. Wir Teufel warnen schon so lange! ihr im Himmel seid zu weit von der Erde weg. ihr schaut nicht hin. ihr haltet die Augen geschlossen. Wir holen mehr und mehr Teufel hierher, nur um die versündigten Seelen zu reinigen. Wir schaffen es nicht. Niemand hört uns zu! Verdammt!
Niemand hört uns jemals zu!«


Meine Meinung

Um es gleich am Anfang zu sagen .... hätte ich Geld für dieses Buch ausgegeben hätte ich mich selbst in den Allerwertesten gebissen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut in einer sehr großen Runde dieses Buch zu lesen, denn es war ein Gewinn eines Exemplares für eine Leserunde auf lovelybooks. Leider musste ich auf Seite 50 (eine ungefähre Angabe, da ich keine Seiten angezeigt bekomme) abgebrechen.
Wie sich all das, was ich im Folgenden schreibe, auf die gedruckten Bücher bezieht, weiß ich nicht, da ich nur das e-book besitze. Aber ich muss einfach mal meine Meinung dazu sagen.

Was mir zuerst auffällt sind die komischerweise hohen Bewertungen des Werkes auf Amazon. Während ich die Leserunde in den letzten Tagen verfolgte war abzusehen, dass niemand der dort lesenden so hohe Bewertungen geben würde.

Zuerst einmal etwas Positives. Das Einzige was mir in diese Richtung auffällt ist das Cover. Es ist originell und gefällt mir sehr. Dadurch, und durch den Klappentext, war ich der Ansicht, dass es sich lohnen würde bei dieser Leserunde mitzumachen. Und auch das erste Kapitel hatte mich halbwegs überzeugt. Die Idee eines Gesprächs zwischen Engel und Teufel war sehr originell. Und krass war auch in dieser Richtung die Behandlung der sündigen Seelen.
Doch mit dem Start des ersten Kapitels ging der ganze Schlamassel erst richtig los. Die bereits im Prolog auftretenden Rechtschreibfehler wurden schlimmer und störten erheblich den Lesefluss.
Um mal ein paar zu nennen: (Kann leider keine Seitenzahlen nennen.)

dass er war gebissen worden war.“
„ich "dente", es heißt Graf Drakula“
„sie zeigte dieses Blatt den "ändern".“

Das sind aber noch nicht die schlimmsten. Es kommt  auch dazu, dass es völlig unverständlich wird, wenn man es versucht zu lesen.

„Vertraue und glaube. Sieb nickt bin.
Du wirst seben. Du wirst gewiss sein.
Glaube. Nichts anderes ist zu seben.“

Hinzu kommen dann immer wieder fehlende Satzteile, die auch wieder stark behindern, weil man immer überlegen muss, was der Autor in diesem Falle eventuell geschrieben haben könnte. Und natürlich Sätze wie dieser:

„Fünf kleine Negerlein, die sprengten eine Brück' da platzte eins in der Luft zu Brei, da waren's nur noch drei.“

Wer hier auch darüber stolpert, der sei beruhigt. Er ist nicht allein.

In die Geschichte konnte ich von Anfang an nicht reinfinden. Die Charaktere, die meiner Meinung nach sehr oberflächlich gestaltet sind, weder beschrieben werden noch einen Nachnamen besitzen oder deren Beziehung zueinander richtig deutlich wird, treten in Handlungen ein die ich in keiner Weise nachvollziehen konnte. Außerdem wirken sie ziemlich dümmlich auf mich, um nicht sogar zu sagen, völlig naiv. Einen Grund dafür fand ich schließlich in der Leseprobe. Im e-book fehlt das komplette erste Kapitel. Anderen Lesern ist dann schließlich aufgefallen, dass es irgendwann in der Mitte des Werkes auftaucht. Ich bin leider nicht mehr an diese Stelle gekommen.

Was nun den Schreibstil betrifft. Ich finde, dass so etwas sogar ein Schüler schreiben kann. Der Satzbau ist einfach und immer wieder gleich. So beginnt der Autor immer wieder mit den gleichen Worten. Nach dem man fünf mal Brain..., Brain ..., Brain ...., Brain ....., Brain .... gelesen hat geht es einem gehörig auf die Nerven. Bei Aufsätzen bekam man solche Sätze fett und rot angestrichen, und jetzt weiß ich auch warum. Man kann so was nicht auf Dauer lesen. Diese ungefähren 50 Seiten zogen sich zäh wie Kaugummi dahin.

Aus meiner jetzigen Warte werde ich dieses Buch nie wieder in die Hand nehmen, sofern wir nicht eine überarbeitete Fassung zur Verfügung gestellt bekommen. Der Autor hat eine Gute Idee komplett verschenkt. Ein solches Fiasko würde ich niemals unter meinem Namen veröffentlichen lassen.
(Sollten wir eine überarbeitete Version zur Verfügung gestellt bekommen, werde ich es eventuell noch einmal probieren und meine Rezension dementsprechend ändern, was sich aus einem erneuten Versuch ergeben sollte. Vorerst muss ich das so stehen lassen.)





Autorenportrait

Gunter Dueck ist 1951 in Hildesheim geboren und lebt heute mit seiner Frau Monika in Walhilsbach bei Heidelberg. Ihre Kinder Anne und Johannes sind "schon groß" und promovieren derzeit in Biochemie bzw. Mathematik.
GD studierte in Göttingen Mathematik und BWL, danach folgten Promotion (1977) und Habilitation (1981) an der Universität Bielefeld, wo er bis 1987 als Professor für Mathematik lehrte. Dann trat er ins IBM Wissenschaftliche Zentrum der IBM ein, betrieb Forschungen in der Optimierung von Industrieproblemen, war mit seinen Finanzrisikobetrachtungen damals hoffnungslos zu früh dran, baute das Data Warehousegeschäft der IBM auf und legte in neuester Zeit das Fundament für IBM Cloud Computing. Zuletzt war er 2011Chief Technology Officer der IBM Deutschland. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Keynotespeaker nach seiner Pensionierung weiter.
Gunter Dueck ist IBM Distinguished Engineer, Mitglied der IBM Academy of Technology, Fellow des amerikanischen Ingenieurverbandes IEEE und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Er war je acht Jahre Mitglied der Präsidien der Gesellschft für Informatik und der Dt. Mathematikervereinigung. Er schreibt seit 1999 in jedem Heft des Informatik-Spekrtrum eine lange Kolumne und alle vierzehn Tage ein "Daily Dueck" auf seiner vielbesuchten Homepage "omnisophie.com", wo auch Videos von Reden, viel mehr Infos als hier und alles zu finden ist, was man so über ihn wissen kann.
Seine Bücher sind zum größeren Teil philosophisch und ranken sich um sein großes Thema der "artgerechten Haltung des Menschen". Die nichtartgerechte Haltung geißelt er so herrlich beißend-gallig-satirisch in seinen Büchern "Lean Brain Management" (FTD Management Buch des Jahres 2006!) und "Direktkarriere", dass etliche Leser die Bücher wörtlich bierernst nehmen und schlechte Rezensionen bei Amazon schreiben. Sein großer Versuch einer neuen Wirtschaftsdeutung "Abschied vom Homo Oeconomicus" wurde vom Handelsblatt zu den zehn wichtigsten Wirtschaftsbüchern 2007 gezählt.
Und sonst? "Ich bin schon ziemlich alt, aber eigentlich Digital Native. Ich frage mich, ob ich nicht Botschaften bei YouTube hochladen sollte statt lange an Büchern zu feilen. Ich bin beeindruckt vom Echo auf Videobotschaften! Am liebsten wäre ich reiner Dichter geworden. Mein mir am meisten am Herzen liegendes Buch ist mein Vampirroman Ankhaba! Darf ich das hier einmal sagen? Ich habe einen ziemlich offiziellen Beruf und würde anderswo mit so einem Bekenntnis ausgelacht. Den Roman würde ich gerne verfilmen, ich schreibe bestimmt noch Fortsetzungen! Ach ja, jeder hat seine Träume, oder?"

Kommentare:

  1. hihi* Wie gut das ich mich zu der Leserunde wieder abgemeldet hatte :)

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    1. Mittlerweile hat sich epubli zu Wort gemeldet. Gunter Dueck schweigt sich aus und kommuniziert nur über Dritte. Angeblich ist es ein Buck im e-book. Aber auch die mit dem gedruckten Exemplar haben sich teilweise schon aufgeregt. Ich werde es weiter verfolgen. Mal sehen.

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  2. Habe mittlerweile eine neue Fassung erhalten. Sie sieht viel besser aus. Werde also zu gegebener Zeit die Rezi nochmal überarbeiten

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