Sonntag, 19. August 2012

Blood & Chocolate von Anette Curtis Klause




Autor: Curtis Klause, Anette
Titel: Blood and Chocolate
Originaltitel: Blood and Chocolate
Verlag: Heyne
Erschienen: 15. November 2010
ISBN-10: 3453266919
ISBN-13: 9783453266919
Seiten: 335
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag


Inhalt

Vivian ist ein Teenager mit all den dazugehörigen Problemen. Obwohl, ein paar mehr hat sie schon. Sie ist wunderschön und hat doch keine Freunde. Nur weiß sie nicht, woran das liegen könnte. Eines Tages spricht sie Aiden an. Es dauert nicht lang und sie werden ein Paar. Sie wird in Aidens Clique integriert und fühlt sich jetzt endlich dazugehörig. Doch hütet Vivian auch ein Geheimnis, dass sie eigentlich nicht offenbaren darf. Und was soll sie gegen Gabriel unternehmen, der ihr immer heftiger nachsteigt. Nach einem katastrophalen Erlebnis bricht Vivians Welt zusammen und sie muss sich entscheiden ...


Leseprobe

Flammen loderten hoch in den Himmel empor und tauchten die Nacht in ein gespenstisch karnevaleskes Licht. Funken vertrieben die Sterne. Das hundert Jahre alte Gasthaus zeichnete sich als dunkler Schatten inmitten des Infernos ab, während alles, was Vivian kannte, dem Feuer zum Opfer fiel.
Zwei Gestalten stürzten durch die zerborstene Eingangstür und rannten auf den Wald zu, von wo aus sie
das Feuer beobachteten. Ihre Schlafanzüge waren rußverschmiert, die Gesichter weiß vor Angst. Die Person, die sie nach draußen geschoben hatte, verschwand erneut im Haus. Noch ein Fenster explodierte.
Drei der Wohngebäude und die Scheune standen ebenfalls in Flammen. Pferde wieherten vor Angst, als sie
von einer Handvoll Teenager aus den Stallungen gejagt wurden.
In den Hügeln von West Virginia, meilenweit von der nächsten Stadt entfernt, rechnete niemand mit dem Eintreffen der Feuerwehr. Man musste sich um sich selbst kümmern.


Meine Meinung

Das ist mal wieder ein Buch, wo ich nicht so recht weiß, wie ich es bewerten soll. Zum einen ist die Grundidee der Geschichte nicht schlecht, zum anderen haben wir aber eine Ausführung, die mehr oder weniger zu wünschen übrig lässt.

Holen wir aber mal ein bisschen  weiter aus. Das Thema Werwolf finde ich eigentlich immer sehr ansprechend, denn man kann viel Phantasie darin einfließen lassen und eine eigene Magie damit entstehen lassen. Das ist hier allerdings nicht so richtig gelungen. Das Leben der "Wölfe" bleibt in der Handlung eher farblos, die Herkunft der Rudel ungeklärt, die Verwandlung dagegen wird wahnsinnig ausgebaut ... von knirschenden Knochen bis hin zu sprießendem Fell. Aber ok, alles noch kein Problem.

Doch bei der Protagonistin Vivian geht der Schlamassel weiter. Ich werde mit der Guten einfach nicht warm. Vielleicht liegt es an ihrer Perfektion (Aussehen, Intelligenz ...), oder aber daran, dass sie als Charakter für mich einfach nicht verständlich ist. Zum einen total blauäugig und unwissend, zum anderen eine Femme fatale, die versucht ihren neuen Freund so anzumachen, dass er alles andere vergisst. Ihre Handlungen entziehen sich manchmal echt meinem Verständnis.

Aiden, ihr Freund, ist ein normaler Mensch. Auch er ist für mich einfach ein unlogischer Charakter. Zum einen steht er total auf alles mystische. Er besitzt eine Menge Bücher über Hexen und Legenden, schenkt Vivian eine Kette mit einem Pentagramm und scheint allem gegenüber sehr aufgeschlossen zu sein. Außerdem beschreibt die Autorin eine zarte Liebe zwischen den beiden, die man selbst gerne so hätte. Doch als er hinter das Geheimnis von Vivian kommt wird er zum Angsthase und fiesen Arschloch. So eine Wandlung ist echt schwer nachzuvollziehen.

Die Gefühle zwischen den beiden kommen sehr plötzlich auf. So wie Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich sehr schön, doch bleiben auch diese Gefühle in ihrer Beschreibung und Ausführung ziemlich oberflächlich. Und das Ende derselben war für mich auch eher so ein Naja-Erlebnis.

Die Handlung an sich ist nicht schlecht gemacht. Zum Teil waren mir die Übergänge zwischen den Kapiteln etwas zu holprig, was mich immer mal wieder aus dem Lesefluss brachte, aber dies ist vielleicht auch der Kürze des Buches geschuldet. Ich hätte mir einfach etwas mehr Leben gewünscht und nicht nur dieses oberflächliche hindurchfliegen. Schade.

Der Schreibstil der Autorin ist relativ einfach. Keine Schnörkel oder größere Sätze. Alles schlicht und an sich gut zu lesen. Was mich allerdings mehr als gestört hat war ihr absolutes Lieblingswort: Süß! Wie oft es genau vorkam weiß ich nicht, jedoch war es mehr als ausreichend es immer wieder lesen zu müssen. Genauso wie Vivian liebster Ausspruch: Oh süßer Mond! Einfach nur sehr nervenaufreibend.

Sehr schön finde ich allerdings das Cover. Es zeigt eine Großaufnahme von einem Frauengesicht. Ich würde ja ganz spontan behaupten, dass es Vivian darstellt. Es ist in dunklen Farben gehalten und hat mich sofort angesprochen. Und die schöne Gestaltung wird auch im Buch fortgesetzt. Zum einen haben wir gleich zu Beginn zwei schöne Verse stehen, die den Start des Buches etwas auflockern. Zum anderen sind die Zeitabschnitte mit extra Seitenb markiert, welche von einem Umriss eines Baumes geziert werden. Und auch die erste Seite des Einbandes wird mit solchen Bäumen verschönert. Hat für mich eine mystische Aura. Also optisch haben sie sich wirklich ins Zeug gelegt.



Für Genre-Liebhaber ist es ein kurzer Zeitvertreib, den man schon mal gelesen haben kann. Eine nette Geschichte mit einigen Schwächen.





Autorenporträt



Annette Curtis Klause wurde in Bristol, England, geboren und kam als Teenager in die USA. Mit fünfzehn Jahren schrieb sie Vampir-Gedichte, die sie dann auch zu ihrem ersten Roman inspirierten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in Hyattsville, Maryland, und leitet als Bibliothekarin die Kinderbuchabteilung der Aspen Hill Community Library in Montgomery County.





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